Didis Blogazo bei Uberspace online

Erst vor Kurzem sah ich mich dazu genötigt, mein Blog bei bplaced.net einzustellen. Die dazu geführten Gründe mag man hier nachlesen. Jedenfalls hatte ich mich, nachdem man von mir eine Rechtfertigung für den in die Datenbank gelangten Spam verlangte, entschlossen, von jenem Hoster zu trennen. Nebenbei: Heute weiß ich auch, warum der Spam in die Datenbank gelangt sein wird, denn ich habe noch eine weitere Site bei bplaced gehostet. Dort habe ich fast alle Plugins gleich konfiguriert. Nach einem Update Antispam Bees war die ursprüngliche Einstellung, erkannten Spam sofort zu löschen, verloren gegangen. Das Plugin sah nun standardmäßig vor, den Spam in der Datenbank zu behalten und mich darüber zu benachrichtigen. Hätte man das Blog, wie von mir gewünscht, freigeschaltet und mich nicht aufgefordert, die Kommentarfunktion abzuschalten, wäre das Problem von mir im Handumdrehen beseitigt worden. Dennoch bin ich dankbar für die Reaktion des Anbieters; zeigte er doch so sein wahres Gesicht. Offensichtlich ist das oberste Gebot des Qualitätsmanagements dort noch nicht bei allen angekommen.

Etwa eine Woche hatte ich mit mir gerungen, einen Umzug zu starten, oder die Bloggerei ganz sein zu lassen. Denn im Grunde dient das Blog der Unterhaltung nebenher. Zu aufwändig erschien mir die Reinkarnation samt Neukonfiguration. Neben allen anderen Kommentatoren vermisste ich aber auch irgendwie -kaum zu fassen- selbst meinen Chefnörgler. Wichtig ist dieses Blog für mich aber ebenso als Wissensspeicher, um schnell an eine bereits erarbeitete Lösung zu gelangen und diese anderen Nutzern dauerhaft zur Verfügung zu stellen. Es steckt einfach zu viel Arbeit drin, als die Site einfach so aufzugeben. Schließlich schwafele ich nicht über Politik, wozu man nur ein paar Seiten einschließlich einiger Kommentare auswerten und umschreiben bzw. zusammenklicken muss, um einen neuen Beitrag zu erstellen. Das Meiste meiner IT-bezogenen Beiträge habe ich selbst ausprobiert, was erhebliche Zeit und Nerven gekostet hat. Ich bin schließlich kein (Fach-) Informatiker, sondern bringe mir alles selbst bei, von Nachfragen mal abgesehen. Ich meine, davon sollten Leser einen Nutzen haben. Und falls nicht: Auch gut. Dann dient eben nur mir das Blog als Nachschlagewerk.

Schon früher hatte ich überlegt, zu Uberspace (zur Bedeutung des Namens) zu wechseln, falls denn mal ein Umzug anliegt. Ausschlaggebend waren das flexible Preismodell, das umfangreiche Wiki, die Dokumentation sowie die positive Reputation im Netz, vor allem, was den Support angeht, den ich seit meiner Registrierung bei Twitter verfolge und der offenkundigerweise nicht nur leeres Werbeversprechen ist. Als Linuxer ist mir die Shell natürlich äußerst sympathisch ;-) (mehr dazu weiter unten). Außerdem hat man einen Monat Zeit, den Hoster kostenlos auszuprobieren. Ich benötigte allerdings nur einen einzigen Tag, mich vom Angebot überzeugen zu lassen. Etwas Vergleichbares, geschweige denn etwas Besseres habe ich nicht gefunden. Also habe ich den Umzug dorthin durchgeführt und dort auch gleich eine Top-Level-Domain bestellt.

Bei bplaced.net war ich, als es dem Ende zuging, noch nicht einmal mehr in der Lage, auf meine Dateien per FTP zuzugreifen. Da zeigte sich die Wichtigkeit einer regelmäßigen Datensicherung. Zuvor hatte ich immer am ersten eines jeden Monats die WordPress .xml-Datei, die MySQL .sql-Datei (phpMyAdmin), die wp-config.php und den Ordner wp-content heruntergeladen und gesichert.

Nachdem ich WordPress installiert und Einträge der Datenbank gelöscht hatte, galt es nun, die o. g. Dateien auf dem neuen Webspace zu importieren. Als ich die etwa 85 MB große, durch Piwik (trotz regelmäßiger Löschung) aufgeblähte .sql-Datei über phpMyAdim importieren wollte, streikte das Script. Es hieß sinngemäß:

Da Sie länger als 1440 Sekunden inaktiv waren, wurde der Import abgebrochen. Melden Sie sich neu an.

Ok, das hatte ich schnell im Griff: Ich überlistete das System, indem ich eine Eieruhr zu Hilfe nahm, sie auf 15 Minuten einstellte und nach Zeitablauf eine beliebige Seite in phpMyAdmin aufrief. Doch als dann endlich alles hochgeladen war, meinte das System ganz zum Schluss, die Datei sei zu groß.

Eine Supportanfrage brachte prompte Hilfe:

Man riet mir, die .sql-Datei einfach per SFTP hochzuladen und sie dann direkt auf der Shell mit dem Kommandozeilenclient MySQLs mit folgendem Befehl zu importieren:

$ mysql nutzername < datei.sql

Ich lud also die Datei in das Verzeichnis meines Nutzernamens hoch und setzte bei dieser Gelegenheit die Shell –das Herzstück meines Uberspaces– ein. Bevor ich den vorbezeichneten Befehl ausführen konnte, musste ich mich über das Terminal meiner Distribution Fedora über die Konsole einloggen:

ssh <uberspaceuser>@<uberspacehost>.uberspace.de

Als der Import der Datei abgeschlossen war und die Einträge Piwiks (zu Piwik weiter unten) gelöscht waren, galt es, den Ordner wp-content hochzuladen und die alten Links durch neue zu ersetzen, wobei mich tux unterstützte. Die dazu nötigen Befehle lauten

UPDATE wp_options SET option_value = replace(option_value, ‚http://www.alteseite.de‘, ‚http://www.neueseite.de‘) WHERE option_name = ‚home‘ OR option_name = ’siteurl‘;
UPDATE wp_posts SET guid = replace(guid, ‚http://www.alteseite.de‘, ‚http://www.neueseite.de‘);
UPDATE wp_posts SET post_content = replace(post_content, ‚http://www.alteseite.de‘, ‚http://www.neueseite.de‘);

Ich habe dann noch alle offline gespeicherten Icons und Bilder für die Seitenleiste hochgeladen. Die Handvoll Beiträge der letzten vier Wochen habe ich, da sie mit dem Bloggingclient QTM erstellt wurden und somit ebenfalls offline vorliegen, kurzerhand erneut in WordPress eingepflegt. Nur die dazugehörigen Kommentierungen sind verschwunden, was zu verkraften ist.

Auf Piwik verzichte ich nun. Es war früher mal ganz interessant zu erfahren, ob auch Freunde aus Südamerika mitlesen, was der Fall ist. Aber im Grunde genommen hatte ich bisher keine Gelegenheit, diese Kenntnisse umzusetzen. Ich nutze daher jetzt das ebenso datenschutzfreundliche Statify. Mir reicht es völlig aus, über das Besucheraufkommen informiert zu sein. Da ich ab sofort keine Cookies mehr speichere, habe ich meine Datenschutzerklärung entsprechend anpassen können. Außerdem habe ich noch einige Plugins rausgeworfen, darunter auch Greg’s Threaded Comment Numbering, welches für die Kommentarnummerierungen sorgte. Ich werde jetzt sukzessive alle anderen Seiten zu Uberspace übertragen, sollte sich dieser Anbieter bewähren. Dazu habe ich mir eine Frist von 3 Monaten notiert. Zudem werde ich owncloud einrichten.

Noch einige Bitten zum Schluss: Gebt -und das gilt insbesondere für meinen Kommentator Spinnenhaut– in einem einzigen Kommentar nicht mehr als fünf Links ein, damit der Kommentar, soweit Ihr vorher bereits freigeschaltet wurdet, nicht in die Warteschleife geschickt wird. Falls noch irgendwo ein Link nicht angepasst sein sollte oder Euch irgendetwas infolge des Umzuges komisch vorkommen sollte, informiert mich bitte.

13 comments on Didis Blogazo bei Uberspace online

  1. Das Meiste meiner IT-bezogenen Beiträge habe ich selbst ausprobiert

    :eek:

    Als Linuxer ist mir die Shell natürlich äußerst sympathisch

    BWAHAHAH! Natürlich ist sie das. Fremd und unheimlich, aber sympathisch. :-D

    Nachtrag:

    1) Dein Kommentaränderungsplugin hat ein kaputtes CSS.

    2) Die RSS-Links sind defekt.

  2. Didis Gesicht in den letzten Tagen muss wirklich so gewesen sein. :eek: :silly:

    Jetzt hastes ja geschafft. Dennoch trotzen deine technischen Beiträge nur so vor Anfängerfehlern. Immerhin kannst du jetzt bisschen mit der Shell üben. Viel Erfolg.

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