Icedove – Kontakte und Kalender unter Debian synchronisieren

In meinem Beitrag Kontakte und Kalender mit Owncloud und Evolution synchronisieren hatte ich dargelegt, dass das Adressbuch Evolutions der derzeitigen Version Debians (stable) kein ssl beherrscht. Erzwingt man eine verschlüsselte Verbindung Ownclouds, lassen sich daher keine Kontakte synchronisieren (was mit einer neueren Version Evolutions z. B. unter Fedora jedoch hervorragend funktioniert). Ich war also an sich gezwungen, mich zwischen einer sicheren Verbindung und dem Verzicht auf einen Abgleich zu entscheiden. Aus diesem Grunde suchte ich einen Ausweg aus dem Dilemma.

Thunderbird trägt unter Debian den Namen Icedove. Möglicherweise gelingt ja damit ein Abgleich trotz verschlüsselter Verbindung.
Um überhaupt Ownclouds Adressen per WebDAV integrieren zu können, benötigt man die Erweiterung SOGo Connector und zwar, weil die aktuelle Erweiterung nicht mit der von Debian verwendeten Version Icedoves kompatibel ist, das Add-on mit der Nummer 17.0.6. Nach erfolgter Installation öffnet man Icedoves Adressbuch und legt über Datei ein neues Remote Addressbook an, in welches man den aus der Kontakteseite Ownclouds kopierten CardDAV-Link einfügt. Der Abgleich funktioniert trotz verschlüsselter Verbindung von Owncloud zum Desktop und andersherum einwandfrei.

Um nun auch den Kalender Ownclouds in Icedove zu integrieren, benötigen wir die Erweiterung Lightning und, weil hier die aktuelle Version 2.6.2 nicht mit Icedove kompatibel ist, das Add-on mit der Nummer 1.9.1. Wir erstellen einen neuen Kalender über Datei -> Neu -> Kalender -> Im Netzwerk ->CalDAV. Dort ist der CalDAV-Link Ownclouds in das Eingabefeld einzufügen. Schon beginnt Icedove mit der Synchronisierung.

An sich perfekt, wenn nur nicht Icedove bzw. Lightning so alt wären. Natürlich möchte man auf die Termine auch bei nicht bestehender Internetverbindung zugreifen können. Zwar bietet Lightning mit einem Rechtsklick auf den betreffenden Kalender -> Eigenschaften -> Offline-Unterstützung dazu die Möglichkeit.

Dabei geht bei mir Icedove jedoch teilweise völlig in die Knie. Außerdem werden nicht sämtliche Kalendereinträge übertragen.

Eine Lösung wäre eventuell, auf den Offlinemodus zu verzichten und, bevor man mit dem Rechner in eine Umgebung gelangt, in welcher kein Internet zur Verfügung steht, den synchronisierten Kalender aus Owncloud oder Icedove als Datei zu exportieren, um diese in einen über Lightning neu angelegten Kalender Icedoves zu importieren. So hätte man wenigstens den aktuellen Stand gesichert, mit dem man offline arbeiten könnte. Doch Pustekuchen: Beim Import erscheint diese Fehlermeldung gefolgt von einem Absturz Icedoves:

Also bleibt nur noch eine Alternative: Man exportiert den synchronisierten Kalender aus Icedove oder Owncloud per Datei und legt sich einen Kalender -etwa mit dem Namen Sicherung– mittels Evolution an. In diesen importiert man die zuvor exportierte Datei, was fehlerlos funktioniert. Den gesicherten Kalender löscht man aus Evolution nach Bedarf.

Im Ergebnis stellt dies nur einen Zwischenlösung bis zum Erscheinen einer neuen Version Debians dar. Aber so verbleibt wenigstens nicht dieses ständige, mulmige Gefühl bei unverschlüsselter Datenübertragung. Natürlich weiß ich, dass ssl längst geknackt worden ist. Mir geht es aber um den Schutz vor anderen Kriminellen als den Geheimdiensten.

8 comments on Icedove – Kontakte und Kalender unter Debian synchronisieren

  1. Deine Erfahrungen mit Owncloud finde ich interessant. Sobald ich mich mal nicht mehr von NSA und Co. kontrollieren lassen möchte, werde ich diese Variante auch in Betracht ziehen. :-) Vorläufig bleibe ich jedoch – der Bequemlichkeit halber – beim Google Kalender (ja, ich weiss, Google ist böse :devil:)
    Dieser lässt sich übrigens ebenfalls über Lightning in Icedove/Thunderbird integrieren und auch synchronisieren.

    1. Ich bin von Owncloud begeistert. Die Anwendung genügt meinen Ansprüchen. Deshalb habe ich sie ständig geöffnet, so, wie damals den Kalender Googles. Was fehlt, ist die Terminbenachrichtigung per SMS oder zumindest per Email. Letzteres soll mit der nächsten Version kommen. Nur die Lesezeichenverwaltung ist, sofern ungetaggte Lesezeichen importiert werden, Mist. Dann ist die Suche zu aufwändig.

      1. Hallo Didi, sobald Owncloud eben auch über eine solche SMS- oder E-Mail-Erinnerungsfunktion für Termine enthält, wird es ein ganzes Stück interessanter für mich. Denn diese beiden Funktionen sind für mich die Hauptgründe weshalb ich (noch) den Google Kalender benutze. Gruss, Marco.

  2. Mittlerweile haben wir 2015. Debian heisst nun aktuell jessie und der SOGo Connector ist in der (bei mir) aktuellen Version 31.0.0-1 https – tauglich. Meine Owncloudinstanz (Version ownCloud 8.0.2 (stable) ) ist auch nur via https ansprechbar und die arbeiten wunderbar zusammen. Also hat sich doch die Uhr doch in die richtige Richtung gedreht, oder?

    Für Leut, die es nicht lassen können, auf der Entwicklerseite vom SOGo Connector stand auch….
    SOGo offers native Microsoft Outlook compatibility using the OpenChange [External] backend developed by Inverse [External]. This means Microsoft Outlook 2003, 2007, 2010 and 2013 can talk directly to SOGo – Aber da kann man ja auch gleich den Google-Kalender weiter nutzen und im Falle eines schlechten Versionswechsel vo Win8 zu 10 bei der NSa anrufen und nach einem Backup fragen ^^

    In diesem Sinne – Danke für Anleitung bzw. den Weg zum „wieder mal selbst Gehirn einschalten“ Ich hiehlt den SOGo Connector erst für ein Plugin… bis ich dann mal doch den „Apper“ frug.

    themario

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