Netzwerkdrucker auf dem Raspberry PI

Früher hatte ich meinen netzwerkfähigen Drucker HP Laserjet 2420n per Ethernetkabel direkt über die FRITZ!Box betrieben, mit der er über USB verbunden war. Seit einige Zeit erkennt mein Router -warum auch immer; es ist kein Defekt an den Buchsen erkennbar- aber keine angeschlossenen Speicher mehr, womit sich auch der Netzwerkdrucker erledigt hat.

Franks Beitrag Mini-Office mit dem Raspberry Pi – Teil 6 brachte mich auf die Idee, den Raspberry PI als Drucker-Server einzurichten, um den dort über den USB-Port angeschlossenen Drucker von einem beliebigen Rechner ansprechen zu können. Doch leider stellte sich Franks Beitrag als insuffizient heraus, weil der Drucker im Ergebnis zwar auf dem Notebook, nicht aber auf dem Desktop sichtbar war. Ich habe daher selber eine Lösung gesucht und gefunden:

Der Drucker HP Laserjet 2420n ist auf dem Pi einschließlich cups, hplip, system-config-printer und Gutenprint-Treiber installiert. Über den PI kann bereits direkt gedruckt werden.

Wir öffnen die Datei /etc/cups/cupsd.conf mit

sudo nano /etc/cups/cupsd.conf

und ändern die Zeile
Listen localhost:631


in
Port 631.

Darunter fügen wir
BrowseAddress @LOCAL
ein.

Diese Zeile fügen wir auch an folgenden drei weiteren Stellen dieser Datei ein:

Die Einträge werden mit Strg + O, Return gespeichert, die Datei mit Strg + X geschlossen.

Es wird davon ausgegangen, dass bei der Installation Raspbians der Benutzer pi angelegt worden ist. Diesen fügen wir der Benutzergruppe lpadmin zu:

sudo usermod -aG lpadmin pi

Wir starten den Cups-Server neu:

sudo service cups restart

Nachdem wir den Drucker angeschlossen und eingeschaltet haben, rufen wir über den Browser das Cups-Web-Interface auf, indem wir die IP-Adesse des PI samt Extension :631 eingeben. Die IP-Adresse erhalten wir über das Backend unseres Routers. Wichtig ist, dass dem PI immer die gleiche IP zugeordnet wird, was wir bei der FRITZ!Box über das Setzen eines entsprechenden Häkchens erreichen.

Die Eingabe lautet demgemäß beispielhaft:

https://123.456.789.10:631

Eventuell muss man, falls der Browser meckert, eine Ausnahme zufügen. Wir gehen auf die Verwaltungsoberfläche und wählen den Drucker aus.

Bei der folgenden Abfrage der Daten geben wir den zuvor gewählten Nutzer und das zugehörige Passwort ein, also normalerweise pi und das Passwort, welches wir beim Einloggen auf dem PI benötigen.

Den Druckernamen passen wir, falls gewünscht, an. Da ich mehrere Drucker installiert habe, habe ich _PI angefügt. Wichtig ist, bei Sharing ein Häkchen zu setzen.

Im Folgenden habe ich den Gutenprint-Treiber ausgewählt, der erfahrungsgemäß hervorragend arbeitet.

Der so eingerichtete Drucker steht bereits über den Desktop oder ein Notebook per AirPrint zur Verfügung. Will man etwa Textdateien mit Gedit oder Bilddateien drucken, sieht man den Drucker im Druckermenü des jeweiligen Programmes. Er erscheint aber weder in den Druckereinstellungen, noch im eigenen Drückemenü von LibreOffice.

Dazu muss man auf jedem Client-Rechner, also sowohl auf einem Desktop als auch auf einem Notebook, den soeben angelegten Drucker als Netzwerkdrucker einrichten. Dieser Part fehlt bei Frank völlig.

Wir müssen den Drucker zunächst zufügen. Daher wählen wir über das Druckermenü den Netzwerkdrucker aus

und wählen eine prägnante Kurzbezeichnung.

Danach ist der Drucker im Druckermenü des Client-Rechners und auch unter LibreOffice sichtbar.

Hinweis: Die Druckereinstellungen des Netzwerkdruckers -also etwa die Druckqualität- sollten niemals auf dem Client-Rechner geändert werden. Denn danach könnten Druckaufträge nicht mehr ausgeführt werden. Ich habe die Druckereinstellungen des Netzwerkdruckers nur auf dem Server nach erfolgter Passwortabfrage geändert. Vorsichtshalber sollte vor Änderungen eine Sicherung des Pi, z. B. mit Clonezilla, durchgeführt werden.

Dieser Beitrag basiert auf der Anleitung Print-Server mit CUPS und AirPrint auf dem Raspberry Pi einrichten bei Elektronik Kompenium.

20 comments on Netzwerkdrucker auf dem Raspberry PI

  1. Hallo,

    ich hatte auch mal meinen Drucker über dem Raspberry laufen, aber seit geraumer Zeit geht es nicht mehr. Vormittags wurde nich gedruckt und Nachmittags ging es nicht mehr (kein Update eingespielt; keine Konfiguration geändert). Dank diesem Beitrag bin ich wieder animiert worden nach dem Problem zu such. Danke!

  2. Ich gebe ja gern auch mal einen Fehler zu! Nach meiner Methode hätte CUPS am Pi nach einem Stromausfall neu gestartet werden müssen. Da der Druckserver immer am Netz hing, fiel das zuerst nicht auf.
    Nun habe ich die Config nach deiner Anleitung angepasst. Nach einem Neustart kann also wie gewünscht vom Client aus gedruckt werden.

    1. Du weißt doch, dass Ihr mit Elektrizität Neuland betreten habt und damit ein dauerhafter Anschluss an das Stromnetz die absolute Ausnahme ist. Das hättest Du einkalkulieren müssen.

    1. Das liegt daran, dass ich, nachdem Google Picasa Webalben geschlossen wurden, Screenshots probehalber zum Webspace bei Microsoft hochgeladen hatte. Mein Vertrauen wurde jedoch -leider schon selbstverständlich- enttäuscht. Denn nach einer gewissen Zeit werden dort die Links zu Bildern deaktiviert. Nur wenn ich mich auf dem Webspace eingelogge, sind die Links eben so lange aktiv, wie ich eingeloggt bin. Ein typisches gängelndes Verhalten Microsofts. Mittlerweile hoste ich die Fotos selbst. Die Screenshots habe ich an Deine Emailadresse, die Du bei Abgabe Deines Kommentares angegeben hattest, geschickt.

    1. Nein, das bringe ich nicht in Ordnung. Wenn ich selbst auf meinen Beitrag zurückgreifen möchte, logge ich mich bei MS ein, womit die Bilder wieder kurzfristig erscheinen. Andere Nutzer können die Screenshots -wie jetzt geschehen- gerne anfordern. Ansonsten gilt wie immer: Finger weg von Microsoft!

  3. Moin,
    da ich immernoch meinen Drucker nicht bewegen kann, über Rasp zu drucken – würdest du mir deine Screens schicken? Es scheint ein etwas anderer Weg zu sein, als mein bisheriger.
    Danke
    Cat

  4. Vielen lieben Dank!
    Ich hoffe, es klappt nun – was ich auch mache… bisher komme ich immer so weit, dass die PCs den Netzdrucker zwar finden und einbinden aber beim Druck dann die Fehlermeldung „kann nicht lokalisiert werden“ auftaucht.
    Vielleicht finde ich bei Dir noch einen Hinweis, was das Problem sein könnte.
    Grüße
    Cat

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