Open Source-Nisthilfen

Nachdem mir meine Hummeln und Wildbienen in den vergangenen Jahren hervorragende Ernteerträge verschafft hatten, habe ich nun auch meine Verpflichtung -Heim gegen Früchte- gerade für diese bedrohten Insektenarten erfüllt, zumal die blühende und artenreiche Wildwiese meines lindener Innenhofes durch einen typischen gepflegten, städtischen und einfallslosen Monokulturrasen, der kaum noch Lebensraum bietet, ersetzt worden ist.

Den Anfang machte ein Bausatz, den ich letztes Jahr zum Saisonende günstig online erstehen konnte. Er bestand ursprünglich aus:

  • gelochten Naturholzwalzen
  • Bambusröllchen
  • Rinde
  • Tannenzapfen

nebst Hausteilen. Auf Rinde und Tannenzapfen kann man allerdings, was Bienen- und Hummelarten angeht, verzichten. Ich entgratete und schliff alle Unterschlupfteile. Sodann erweiterte ich das Insektenhotel um zuvor aufgebohrte, entgratete und geschliffene Holunderzweige. Diese Behandlung ist unverzichtbar, damit sich die Insekten nicht ihre Flügel zerschneiden.

Da ich an der ausreichenden Tiefe der Nisthöhlen zweifelte entschied ich mich, die Anlage um ein Fertighaus mit Bohrungen doppelter Tiefe zu erweitern: Die zweite Nisthilfe (rechts) ist aus unbehandeltem, rissfreiem Buchenholz gefertigt und weist zahlreiche splitterfreie und glatte Gänge mit Durchmessern zwischen 3 mm bis 8 mm sowie etwa 70 mm Tiefe auf. Sie bietet Nistmöglichkeiten für verschiedene Wildbienen- und Einsiedlerwespenarten.

Seit Kurzem ist zu beobachten, wie Wildbienenarten die Nisthilfen als Rastplatz nutzen, indem sie zunächst vorwärts hineinkriechend verschiedene Gänge ausprobieren und dann in den erwählten Gang rückwärts krabbeln, um dort einige Zeit zu verbringen, was ich recht gerne sehe. Mögen sie ruhig verschnaufen, um dann sogleich die Arbeit (Bestäubung) an meinen Pflanzen wiederaufzunehmen.

Da allseits Interesse vorhanden ist, bin ich guter Hoffnung, dass die Königinnen dort in Kürze ihre Eier abgelegen werden.

Wer sich über den Bau von Nisthilfen informieren möchte, findet Material beim NABU,

beim BUND,

bei der LUBW

und beim Wildbienenschreiner, wo ich mein zweites Haus gekauft habe.

Schwieriger dürfte es sein, den bekannten dicken Hummeln -also den richtig großen Brummern- ein Zuhause zu geben, denn der Bau geeigneter Häuser ist wesentlich aufwändiger. Informationen hierüber sind etwa bei Hummelfreund erhältlich.

Weiter geht’s im Erfahrungsbericht Open Source-Nisthilfen 2.

8 comments on Open Source-Nisthilfen

  1. Selbstbauer finden gute Baupläne und Hummeltipps auf der Seite Aktion Hummelschutz.
    Passende Hummelklappen findet Ihr beim Wildbienenschreiner. Die Hummelklappe HK-03 verfügt über sehr umfangreiches Zubehör. u.a Edelstahlgewebe, Kunsttofffüße, Kapok, diverse Anschlußschläuche usw.

    1. Meine NK-04 Nisthilfe Buche für Bienen aus dem Hause Wildbienenschreiner wird mittlerweile gut angenommen. Bei schönem Flugwetter kloppen sich etliche Mauerbienen um die besten Gänge. Dabei zuzuschauen ist amüsanter als Fernsehen. Da sie ständig ein- und ausfliegen, gehe ich davon aus, dass sie mit dem Bau der Brutkammern begonnen haben.

      1. hallo Didi,
        die Bienen kloppen sich nicht. Es ist Paarungszeit. Oft liegen die liebestollen Paare vor der Nisthilfe auf dem Boden.
        Also immer mit einem Auge auf den Boden gucken!
        Die Weibchen beginnen sofort nach der Paarung mit dem Anlegen ihrer Brutzellen. Die Männchen werden dann nicht mehr gebraucht und sterben innerhalb kurzer Zeit.
        Schau mal auf den Webseiten von Paul Westrich, Hans-Jürgen Martin und Werner David nach die ich auf meiner Webseite verlinkt habe. Da findest du Antworten und viele Tipps auf alle deine Fragen.
        Viel Freude beim Fernsehersatz ;-)))

        1. Hi, die Warnung werde ich beherzigen.
          Ich hatte den Eindruck, die Bienen wollten während des Anfluges direkt vor den Gängen sich diese gegenseitig streitig machen. Immer, wenn ein Insekt gerade hereinkrabbeln wollte, wurde es von einem anfliegenden gestört und zwar solange, bis alle Bienen ihren Gang gefunden hatten. Dann flogen sie aus, kehrten zurück, wobei das Spiel von vorne begann…sofern es sich um die gleichen Bienen handelte, was ich natürlich nicht beurteilen konnte. Danke für die Informationen!

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