Abschaltung des analogen UKW-Signals im Kabelnetz Niedersachsens

Vodafone (vormals Kabel Deutschland) hat angekündigt, das analoge UKW-Signal im Kabelnetz Niedersachsens dieses Jahr abschalten zu wollen, was Mieter und Grundeigentümer dazu veranlassen dürfte, über Alternativen nachzudenken.

Am einfachsten wäre es, eine Zimmer-Wurfantenne an das Radiogerät der heimischen Hifi-Anlage anzuschließen, z. B. einen 1, 85 m langen Dipol, der über Amazon zur Zeit des Verfassens dieses Beitrages inklusive Versandkosten bereits für € 2, 44 zu haben ist. Störungsfreier Empfang wäre damit allerdings nicht gewährleistet. Zudem beschränkte sich der Empfang auf lokale Sender.

Eine weitere Möglichkeit wäre der DVB-C-Empfang, entweder direkt am TV-Gerät oder über einen Digital­-Receiver.

Mittlerweile gibt es auch einen DVB-C-Radio-Tuner und zwar den Vistron VT855 für zur Zeit des Verfassens dieses Beitrages € 56,90. Zu beachten ist, dass das Gerät nicht etwa an die Radio-Kabelbuchse, sondern an die TV-Kabelbuchse angeschlossen wurden muss. Das TV-Signal könne jedoch durchgeschleift werden, heißt es in Amazons Kundenrezensionen.

Im Gespräch ist zudem die Einspeisung des DAB+-Signals in das Kabelnetz, was ebenfalls den Kauf eines Neugerätes bedeutete.

Ich favorisiere hingegen -auch wenn ich einige Abstriche bei der Übertragungsqualität machen muss (ab einer Datenrate von 128 Kilobit/Sek. ist die Tonqualität auf UKW-Niveau)- Internetradio. Denn ich kann mir mit meinem an meine Hifi-Anlage angeschlossenen Raspberry Pi inklusive HifiBerry und Volumio genau die Sender weltweit herauspicken, die meinen Ansprüchen genügen. Ein wesentlicher Faktor ist dabei Werbefreiheit…von einigen Spendenaufrufen oder von Werbung in eigener Sache abgesehen. Um nicht zu sehr vom Internet abhängig zu sein, erscheint mir die o. g. Wurfantenne als Zusatz für das herkömmliche Radio ideal. Zudem müsste ich kein funktionierendes Altgerät entsorgen. Ich habe mir, bevor der Run losgeht, vorsichtshalber die Wurfantenne bestellt. Denn bei dem Preis kann man nichts falsch machen. Über einen Gerätewechsel weg vom analogen und hin zum digitalen Radiogerät kann ich dann immer noch nachdenken. Allerdings halte ich den Kauf eines Neugerätes für eher unwahrscheinlich, denn ich höre lediglich einen und fast werbefreien lokalen öffentlich-rechtlichen Radiosender. Lokale Private höre ich hingegen gar nicht, weil mich das Werbegeglucker viel zu sehr nervt, zumal Radiowerbung wegen fehlender visueller Eindrücke akustisch noch aufdringlicher konzipiert ist, als TV-Werbung.

Mieter sind  i. d. R. über den Mietvertrag an den Kabelvertrag gebunden. Mir sind jedoch Grundeigentümer bekannt, die den Kabelvertrag derzeit nur wegen des eingespeisten UKW-Signals aufrecht erhalten. TV-Programme werden über Streaming-Anbieter bezogen. Man erwägt, den Kabelvertrag bei Abschaltung des analogen UKW-Signales zu kündigen.

Zwar wird auch die Abschaltung des terrestrischen UKW-Signals diskutiert. Obwohl sie einige Nationen bereits ganz oder teilweise durchgeführt haben, dürfte bei uns bis dahin jedoch noch einiges Wasser den Bach herunter fließen.

1 Kommentar zu Abschaltung des analogen UKW-Signals im Kabelnetz Niedersachsens

  1. Wenn es um Radio geht, höre ich ebenfalls einen lokalen ÖR-Sender. Zusätzlich höre ich aber auch eine Art öffentlich-rechtlichen Sender aus dem Ausland. Dieser ist leider nicht über UKW (oder DAB+) bei uns empfangbar.
    Ersteren höre ich aber viel über UKW mittels klassischem UKW-Radio. Die Technik ist einfach und anonym.

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