Fahrrad-Navigation und Routenplaner mit Locus Map und OpenAndroMaps auf dem Smartphone

Schon lange hatte ich die Idee, für meine Radtouren ein Fahrrad-Navigationsystem einschließlich Routenplaner mit GPS auf dem Smartphone zu nutzen. Auch wenn die Sache nun nicht gerade neu ist, mag dieser Beitrag aber für Leser, die auf der Suche nach vernünftiger Ausrüstung sind, weiter unten einige Tipps bereithalten.

Wichtig für mich war, dass die Routenfunktion (auch) komplett ohne Internetverbindung auskommt, weshalb Naviki ausschied, denn um Routen zu berechnen und neue Kartenausschnitte zu sehen, sei eine Internetverbindung erforderlich, weil der Dienst die Routen auf den Naviki-Servern berechne und dafür eine Internetverbindung benötige, heißt es in den FAQ.

Meine Wahl fiel daher auf Locus Map. Das Programm ist bereits in der kostenlosen Version hervorragend, bietet aber in der Vollversion einige nette Zusatzfunktionen, so dass der Preis von € 9,99 (zur Zeit des Verfassens dieses Beitrages) wirklich nicht zu hoch ist.

Über OpenAndromaps beziehe ich kostenlose Verktorgrafikkarten, die ohne Internet genutzt und mit Kartenstilen unterschiedlich dargestellt werden. Das Projekt finanziert sich rein über Spenden. Den Vektorkarten liegt der OpenStreetMap-Datensatz zugrunde.

Ebenfalls von OpenAndromaps erhalte ich die Kartenstile. Da die dort angebotenen Andromaps-Renderthemes nicht mehr weiter gepflegt werden, installierte ich die besseren Elevate-/Elements-Themes. Mittlerweile hat sich die Installation stark vereinfacht. OpenAndromaps stellt zudem eine Schnellanleitung zur Verfügung. Allerdings muss auf der internen Speicherkarte des Handys genügend Speicherplatz, idealerweise doppelte Kartengröße vorhanden sein. Während z. B. die Dateigröße der Karte eines Bundeslandes sich in Grenzen hält, umfasst der Download der Deutschland-Karte etwa 2 GB. Entpackt ergeben sich etwa 4 GB. Wenigstens ist es ab Android 5 möglich, den Pfad zu den gespeicherten Karten auf eine weitere SD-Karte umzubiegen und die Karten dorthin zu verschieben, siehe Erweitert (Arbeitsverzeichnisse) und Vector maps.

Bei der Installation der Karten ist zu beachten, dass OpenAndroMaps Mitte 2019 komplett auf die mehrsprachigen Mapsforge V4-Karten umstellen wird. Man sollte sich also am besten gleich diese Karten installieren. Sie können direkt über den Browser (Firefox, Dolphin oder Chrome) des Smartphones gemäß der Anleitung bezogen werden oder manuell auf den PC heruntergeladen und dann in das Vektorkartenverzeichnis der SD-Karte kopiert/verschoben werden. In jedem Fall ist zu bedenken, dass Android u. U. beim Entpacken großer Dateien -wie etwa der D-Karte- die Grätsche macht, so wie bei mir geschehen. Deshalb ist die letztgenannte Methode bei großen Datenmengen ratsamer.

Die Karten werden über das Locus-Hauptmenü (oben links)-> Karten, das Theme -z. B. Elevate– hingegen über das Symbol Funktionsleiste (Aktivitätenliste, unten links) -> Thema der Karte gewählt. Ist das Thema aktiviert, kann noch zwischen Wandern, Stadt, Radfahren oder Moutainbike und weiter verfeinert entschieden werden.

Ist erst einmal alles installiert und das GPS eingeschaltet, können wir durch Tippen auf das GPS-Symbol zu unserer Position gelangen, von dort aus (mit WLAN oder Datenverbindung) Routen erstellen, oder z. B. bei GPSies erstellte und in Dropbox oder Google Drive hochgeladene respektive auf einem lokalen Speichermedium abgelegte Tracks importieren, um sie abzufahren. Zudem kann das Gerät zur Navigation (weitere Funktionen -> Navigieren) mit Online- oder Offline-Karten eingesetzt werden. Die Karte kann man automatisch drehen lassen (der vor einem liegende Weg befindet sich immer in Richtung obere Bildschirmkante) und so einstellen, dass der größte Teil der zu bewältigenden Strecke den meisten Raum des Displays einnimmt, während der zurückgelegte Weg nur wenig Platz belegt. Die Tracks können gespeichert und in die Cloud (Dropbox, Google Drive etc.) exportiert bzw. von dort geholt werden.

Die komplette automatische -also nicht manuelle- Offline-Erstellung der Routen/Navigation erfolgt i. V. m. mit dem Zusatzdienst bzw. der App BRrouter und den zusätzlichen, kostenlos erhältlichen Offline-Routendaten für das Gebiet, für welches die Routen geplant werden. Nachteil: Die Zieladresse kann offline über die Adresssuchfunktion nur mit Hilfe eines von Locus bereitgestellten Adressdatensatzes, der in den über den Locus-Store erhältlichen LoMaps enthalten ist, abgerufen werden. Nutzt man diese -wie ich- nicht, ist der Zielort dem System manuell über den Bildschirm unter Hinzufügung eines Zielpunktes mitzuteilen, was nur funktioniert, wenn man weiß, wo er sich befindet. Dieses Manko ist jedoch an sich nicht weiter von Belang, weil die Routen-/Navigationsplanung i. d. R. vor Fahrtantritt über ein WLAN-Netz vorgenommen wird.

Zur Offline-Routenberechnung kann dem System über die Navigationseinstellung mitgeteilt werden, ob man mit dem Fahrrad (schnell oder langsam), dem Kfz. oder zu Fuß unterwegs ist.

Der ganze Funktionsumfang ist im Locus-Handbuch nachzulesen.

Für die Wahl der richtigen Hardware vertraute ich dem während vieler Touren gewonnenen Erfahrungsschatz eines Freundes. Wichtig für die Entscheidungsfindung waren die einwandfreie Funktionsweise und die Wertigkeit des Materials:

Ich benutze die Bike Mount 6-4QF Fahrradhalterung mit QuickFix Schnellverschluss. Das mit einem Kugelkopf versehene, und damit individuell einstellbare Teil sitzt bombenfest am Lenker.

Zudem kommt die variable Herbert Richter HR Halterungsschale Smartphone-MINI PDA Gripper zum Einsatz. Sie nimmt das Handy mit einem Handgriff auf und hält es sicher. Da wackelt nichts. Das Gerät ist einfach und schnell aus der Schale zu lösen. Die Schale samt Handy sind ebenso fix von der Halterung zu trennen.

Da das während der Fahrt ständig eingeschaltete Display den Handy-Akku schnell leer lutschen dürfte, entschied ich mich für die Powerbank Anker PowerCore mit 20100mAh. Dieser externe Akku lädt den des Handys während der Fahrt permanent mit ordentlich Dampf.

Das Anker Powerline+ 0.9 m Micro USB Kabel wird genug Strom zu meinem Smartphone durchlassen und dafür sorgen, dass dem Handy-Akku mehr Strom zugeführt wird, als er abgibt.

Als Ladegerät für die Powerbank (und auch für das Handy) entschied ich mich für das Anker PowerPort+1 18W USB Ladegerät mit Quick Charge 3.0 und Power IQ.

Die Powerbank wird während der Fahrt in einer abnehmbaren Lenkertasche verstaut. Bei Zwischenstops wandern Handy samt Schale und Kabel dort ebenfalls hinein. Die Lenkertasche bleibt in meinem Fall am Mann, sonst jedoch gerne auch an der Frau oder am/an der Diversen (wer hat’s erfunden?).

 

 

 

 

 

 

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6 comments on Fahrrad-Navigation und Routenplaner mit Locus Map und OpenAndroMaps auf dem Smartphone

  1. Danke für den Artikel. Welche Lenkertasche von Ortlieb ist das. Ist die Klickfix? Hättest Du einen Link. Habe sie selber nicht gefunden. Danke


    Gruß
    Michael

    1. Hi, leider befindet sich auf der Tasche keine Modellbezeichnung. Die Montageanleitung besitze ich nicht mehr. Daher kann ich Dir nicht sagen, um welches Modell es sich handelt. Du kannst aber anhand der Fotos zumindest erkennen, dass am Lenker das passende Klickfix-System montiert ist.

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