NextCloudPi auf dem Raspberry Pi Model B 4 GB RAM

Man musste schnell sein, um den Raspberry Pi Model B mit 4 GB RAM samt Zubehör zu erwischen.

Ich benötige ihn als Server für meine eigene Cloud mit NextCloudPi. Denn die Entwickler haben bereits eine Testversion für den Pi 4 als Image bereitgestellt, die ich heute installiert habe und die auf dem neuen Gerät tadellos und geschmeidig funktioniert. Kein Vergleich zum Pi 2 oder 3. Wie das Image installiert wird, hatte ich in meinem Beitrag NextCloudPlus auf dem Raspberry Pi beschrieben. Daran hat sich nichts geändert. Insofern seien Interessenten hierauf verwiesen.
Allerdings trat mit einer brandneuen, 32 GB großen SD-Karte ein bekanntes Problem auf: Die Initialisierung befand sich in einer Endlosschleife.

Im Forum findet man dazu den Hinweis, man solle nur qualitativ hochwertige SD-Karten und ein ausreichend Saft abgebendes Netzteil benutzen. Daran kann es bei mir jedoch nicht gelegen haben. Mit einer kleineren, 16 GB großen SD-Karte war das Problem gelöst.

Update: Da das Gerät recht warm wird, empfehle ich Kühlkörper.

Zudem habe ich mit einer in einen Bohrständer eingespannten Bohrmaschine vier Löcher in den Gehäusedeckel gebohrt.

Läuft.

Update 2: Nach 4 Wochen Dauerbetrieb übersteigt die Temperatur meines Raspberry Pi 4 mit 4 gebohrten Löchern im Gehäuse 73 Grad, also auch nicht die magischen 80 Grad, ab denen das Gerät heruntergetaktet wird, nicht. Daher an sich alles gut.

Dennoch habe ich den Pi von 4 Löchern oben auf 9 Löcher oben und 4 unten hochgelevelt. Das brachte im Ergebnis zwar gegenüber insgesamt 4 Löchern keine Temperatursenkung, kommt im Dunkeln aber besser.

Weitere drei Löcher in einer Seitenwand brachten eine Temperatursenkung auf konstant 68-70 Grad. Der Unterschied ist jedoch dermaßen marginal, dass nur ein offenes Gehäuse, wie dieser Acryl Layer oder ein Lüfter eine weitere Reduzierung erzielen dürften.

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19 comments on NextCloudPi auf dem Raspberry Pi Model B 4 GB RAM

  1. Es wäre ziemlich sinnvoll auch die CPU mit einem Kühlkörper auszustatten. Den RAM und den Netzwerkchip zu kühlen ist zwar nicht abwegig, die CPU verursacht jedoch die meiste Wärme und sollte eher gekühlt werden.

  2. Das ist eigenartig. Normalerweise müsste sich die CPU-Temperatur etwas reduzieren. Diese Erfahrung könnte ich jedenfalls mit dem Raspberry Pi 3 b+ machen. Ein Lüfter brachte dann anschließend eine weitere Temperaturreduzierung ein.

    1. Soweit ich gelesen habe, zeigt gerade beim Pi4 nur ein Lüfter Wirkung. Die Kühlkörper seien wirkungslos. Egal: Vielleicht zeigen sie keine Minderung. Möglicherweise verhindern sie aber dennoch einen Anstieg auf 80 Grad.

      1. Aktuell habe ich zu dem Thema eine Diskussion in einem PR-Forum gefunden.

        https://forum-raspberrypi.de/forum/thread/43667-rpi4-passive-kuehlkoerper-und-weitere-fragen/

        Es gibt scheinbar Möglichkeiten den RP 4 effektiv passiv zu kühlen, allerdings auf Kosten von WLAN- und BT-Empfang. Dieser wird durch das Alugehäuse geschwächt. Für ein Nextcloudpi-Gerät ist das aber nebensächlich. Bei Ebay gibt es ein solches Gehäuse bereits ab ca. 7€. Ich denke, dass ich mir so eins bestellen werde. Allerdings werde ich statt Wärmeleitpads mit der klassische Wärmeleitpaste versuchen, denn sonst kann man das Gehäuse vielleicht später eventuell nicht mehr öffnen, ohne den RP 4 zu beschäftigen.

          1. Das mache ich gerne, wird aber noch dauern. Habe die RP 4 Version mit 4 GB günstig bei ELV bestellt und die Lieferzeit beträgt zwei Wochen.

            Allerdings habe ich jetzt eine andere Idee.

            Ich kaufe mir dieses Gehäuse und lasse den Lüfter weg. Statdessen nehme ich einen großen, hohen Kühlkörper, der fast bis an die offene Rundung im Deckel Ragt. So kann die Wärme gut nach oben aus dem Gehäuse entweichen.

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            Der Kühlkörper ist etwas überdimensioniert, was nur besser ist. Hauptsache er passt drauf ohne den Speicher samt kleinen Kühlkörper zu berühren.

            Den doppelseitigen Klebeband, der mit dem Gehäuse mitgelieferten Kühlkörper werde ich entfernen und für alle Kühlkörper den Wärmeleitkleber verwenden.
            Es ist unglaublich, aber auf fast allen billigen Kühlkörpern verwenden die Hersteller stinknormale 3M und Co. doppelseitige Kläbebänder, die 0 thermische Eigenschaften haben. Das ist in etwa so, als würde ich den Ventilator aussen vor der geschlossenen Balkontür hinstellen und von ihm erwarten, dass er mein Wohnzimmer kühlt.
            Daher werde ich alle Oberflächen mit Isopropanol reinigen und als thermisches Verbundmittel das hier verwenden:

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            Ich bin mir sicher, dass da ein paar Grad bei Vollast dadurch reduzieren lassen werden.

          2. „Was hältst Du von dem hier ohne Lüfter?“

            Von dem habe ich auch ursprünglich geschrieben. Ich wollte ihn mir zuerst holen. Den gibt es auch deutlich günstiger direkt aus China.

            https://rover.ebay.com/rover/0/0/0?mpre=https%3A%2F%2Fwww.ebay.de%2Fulk%2Fitm%2F173975915351

            Allerdings finde ich die zuletzt erwähnte Variante besser. Ich finde das Acrylgehäuse toll. Habe schon 2 davon mit RP3b und RP3b+.

            Darüber hinaus schwächt das Alugehäuse den WLAN und BT Empfang. Wer weiss, vielleicht werde ich die später noch brauchen. Und mit dem verkleben Chips wird sich das Gehäuse nicht mehr öffnen lassen. Siehe dir mal die Kundenfotos bei Amazon an.

  3. Na, ich denke nicht dass die Kühlkörper generell wirkungslos sind.
    Man muss sich halt mal überlegen was da passiert:
    – In den Chips entsteht Wärme. Die wird langsam (ohne Kühlkörper) oder schnell (mit Kk) an die umgebende Luft abgegeben.
    – Je wärmer die umgebende Luft ist desto weniger Wärme kann sie aufnehmen.
    – Warme Luft steigt nach oben. Da die Platine das obere Volumen des Gehäuses ziemlich gut vom unteren trennt, werden die Löcher im Gehäuseboden nicht viel bringen.
    Auch die Löcher im Gehäusedeckel werden nur so viel bringen wie kühlere Luft nach fliesen kann.
    Ich vermute, dass es schon was bringen wird die Konvektion dadurch zu unterstützen, dass weitere Löcher in die Seitenwände gebohrt werden, so dass ein Luftstrom von allen Seiten über die Platine entsteht, der nach oben über die Löcher im Deckel abfliesen kann.
    Noch besser wäre es (meine Vermutung) wenn die Platine so hochkant steht das ein Luftstrom nach oben entlang der Kühlkörperrillen fliesen kann. Z.B. indem das Gehäuse mit den IO-Pinns nach unten auf der Seite steht. Dabei sollte Luft von unten über die IO-Pinns , an der Platine entlang und zwischen den Öffnungen an der anderen Langseite wieder heraus strömen.
    – Ein Ventilator erzwingt Luftbewegung, auch entgegen der Schwerkraft. Die Nachteile dabei sind :
    Lärm, Energieverbrauch, und endliche Lebensdauer eines Ventilators. Wenn der Lüfter dann stehen bleibt könnte er sogar den RasPi mit in den Tod reißen.

    1. Ich denke, ich werde es jetzt so belassen. Denn ich würde es nicht schaffen, saubere Bohrungen in die Seitenwände zu bekommen, weil ich selbst mit einem Bohrständer nicht vernünftig ansetzen kann. Dabei zerstörte ich eher das Gehäuse. Die Lüfterproblematik sehe ich genauso.

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